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Die Moschee / Das Gotteshaus Drucken E-Mail

MOSCHEE / GOTTESHAUS


R081026-0382Die arabische Welt bezeichnet die Moschee mit dem Wort masdschid, was der Form nach ein vom arabischen Verb „sa-dscha-da“, „sich (im Gebet) niederwerfen“, abgeleitetes nomen loci, eine Örtlichkeitsbezeichnung ist für den „Ort, an dem man sich im Gebet für Gott niederwirft“. Die andalusisch-maurische Abwandlung des arabischen masdschid, nämlich mesquita ist es schließlich, auf das wir unser deutsches Wort „Moschee“ etymologisch zurückführen. Die Türken verwenden dieses Wort in der türkisierten Form mescit (sprich:mesdschid) heute für kleinere Moscheen, bzw. Gebetsräume als örtlich nahe gelegene Zwischenlösung zur zentralen, im Stadtteilmittelpunkt gelegenen Zentralmoschee bzw. eigentlichen Moschee. Diese bezeichnen die Türken im Unterschied zur arabischen Welt eher mit dem ebenfalls arabischen Wort camii (sprich: dschami). Es leitet sich ab aus dem Verb für „versammeln, einen“. Denn die Moschee ist als Gotteshaus auch gleichzeitig ein Ort, der die Menschen zusammenbringt, sie zusammenhält und damit eint, ein Ort des Zusammenkommens und des Zusammenfindens, ein Ort der Einheit und des Zusammenhalts.

Als solcher Ort ist die Moschee zwar hauptsächlich aber nie allein als Gebetsstätte zu denken: Sie vereint hier - auch wieder ganz im Sinne ihrer Wortbedeutung - die Gebetsstätte mit anderen Einrichtungen des religiösen und sozialen Lebens. Denn die Moschee als Ort der Religiosität ist der Ort, an den sich die Gläubigen nicht nur hinwenden, um hier ihre Gebete und ihre sonstigen gottesdienstlichen Handlungen zu verrichten, sondern auch und gerade der Ort, in dem sie zunächst Wissen um ihre Religion zu erlangen suchen. Denn Moscheen einen unter ihrem Dach bzw. ihrer Kuppel auch die religiöse Gelehrsamkeit und sind damit ein Ort der Wissensvermittlung. Nicht umsonst finden wir in der Geschichte des Islam islamische Gelehrsamkeit immer kumuliert um eine Moschee, die sich dann auch baulich manifestiert in Form der ihr angeschlossenen oder zumindest örtlich sehr nahe gelegenen Medrese. In dieser Eigenschaft waren und sind Moscheen also immer auch Volks- bzw. Hochschule. Hierhin wendet sich, wer seine Religion nur ausleben will, hierhin wenden sich aber auch und gerade diejenigen, die zunächst das Wissen über ihre Religion erlangen oder vertiefen wollen: angefangen vom religiösen Basiswissen für Kinder und Jugendliche, der religiösen Unterweisung, über das Erlernen des Arabischen, um den Koran richtig lesen und rezitieren zu können als erster Schritt der inhaltlichen Erschließung seiner, bis hin zu weiterführendem religiösen aber auch allgemeinenWissen.

Muslime fanden in Moscheen aber auch immer einen Ort für die Weitergabe und die Entfaltung ihrer Wohltätigkeit und Großherzigkeit. So entstanden um Moscheen herum auch immer wohltätige Stiftungen, die dem Gemeinwohl dienten und hier Armenküchen zur Speisung der Bedürftigen, Gästezimmer für Reisende, Behandlungszentren, Bäder u.ä. karitative Einrichtungen zur Verfügung stellten. Derart entstanden um Moscheen regelrecht Komplexe. In Deutschland schließen sich diesem u.A. noch an Einrichtungen für Integrations- und Dialogangebote.

Die erste Moschee in der Geschichte des Islam ist diejenige, die unser Prophet Muhammad (Friede sei mit ihm) während seiner Auswanderung von Mekka nach Medina, der Hedschra, in Kuba errichtet hat. Angekommen in Medina errichtete er hier dann die nach ihm benannte Prophetenmoschee, die „Masdschid el-Nabawi“ Diese Moschee wurde, obwohl zunächst einfach in der Bauweise, zum Vorbild für alle folgenden Moscheen in der Geschichte des Islam. Im Laufe der Zeit haben sich verschiedene Architektur- und Baustile in der islamischen Welt entwickelt, so dass wir hier von einer Moschee türkischer, arabischer, maghrebinischer, indischer etc. Provenienz sprechen und diese wiederum einer Epoche zuordnen können. So unterscheidet z.B. die osmanische Bauweise drei Epochen: „die Frühzeit“, die „klassische Zeit“ und „die Imitationszeit“. Die klassische Zeit hat ihren Höhepunkt erreicht mit den Werken des Großbaumeisters Sinan. Zahlreiche Moscheen, Bibliotheken, Brücken und andere Meisterwerke wie z.B. die Süleymaniye Moschee in Istanbul und die Selimiye Moschee in Edirne zeugen heute noch von der unübertroffenen Architekturkunst des Mimar Sinan. Zu den wichtigsten Merkmalen der klassischen Zeit gehören eine große Ganzkuppel und vier Halbkuppeln. Die DITIB-Zentralmoschee in Duisburg folgt in seiner Architektur eben dieser klassisch-osmanischen Bauweise. Die Kunst, die Anmut und die Ästhetik der Moscheebauten aus der klassisch-osmanischen Zeit fasziniert auch heute noch Besucher aus der ganzen Welt. Es ist dabei nicht nur die Kalligraphie, die Ornamentik und die innere Dekoration der Moscheen, die ihre Anmut ausmachen, sondern auch die Harmonie zwischen Kuppeln, Minaretten, Säulen und Türen. Wenn diese Kunstwerke Architektur mit Kalligraphie und Ornamentik vereinen, verleihen sie mit ihrer Kunst und ihrer Ästhetik auch der göttlichen Wahrheit Ausdruck. Die wichtigsten inneren Elemente einer Moschee sind die Gebetsnische (mihrab), die Vortragskanzel (kürsü), die Predigtkanzel (minber) und die Galerie für den Muezzin (müezzin mahfeli).

 

 
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